Im Portrait – Prof. Dr. habil. Lilia Waehlert

Prof. Dr. habil. Lilia Waehlert ist die Gründungspräsidentin der Charlotte Fresenius Hochschule. Damit verantwortet sie den Aufbau des akademischen Bereichs der neu gegründeten Hochschule. Im Interview erzählt sie, was bis zum Start der ersten Studierenden noch zu tun ist, was das Studium an der Charlotte Fresenius Hochschule auszeichnet und wo die Entwicklung hingehen soll.

Liebe Frau Waehlert, herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Ernennung zur Gründungspräsidentin der Charlotte Fresenius Hochschule. Was bedeutet dieser Schritt für Sie?

Für mich schließt sich ein Kreis. Ich war vor meiner Tätigkeit an der Hochschule Fresenius lange Jahre an der Universität beschäftigt und hatte eine typische Wissenschaftskarriere an einer staatlichen Universität vor Augen. Durch meinen Wechsel zur privaten Hochschule Fresenius hatte ich die Möglichkeit, die fachhochschulische Welt kennenzulernen. Ich habe in dieser Zeit sehr viel gelernt, viel Lehrerfahrung gewonnen, den hohen Studierendenfokus einer privaten Hochschule kennengelernt und durch meine mehrjährige Prodekanatstätigkeit viel Erfahrung im Aufbau und Management von akademischen Strukturen und Prozessen erworben.

Ich freue mich nun sehr, meine Erfahrungen aus beiden Welten, der universitären und fachhochschulischen, für den Aufbau der Charlotte Fresenius Hochschule einsetzen zu dürfen und empfinde diese Aufgabe insofern als ein absolutes Privileg, auf die ich mich unglaublich freue.

Was sind die besonderen Herausforderungen bzw. Chancen beim Aufbau der Charlotte Fresenius Hochschule?
Was ist das Besondere am Konzept der Charlotte Fresenius Hochschule, was zeichnet sie aus?
Im April starten die ersten Studierenden ihr Studium an der Charlotte Fresenius Hochschule, was passiert bis dahin?
Was fordern Sie von den Studierenden ein?
Was bieten Sie den Studierenden an der Charlotte Fresenius Hochschule dafür?

In unserem didaktischen Konzept arbeiten wir mit verschiedenen Bausteinen, die individuelles Lernen fördern sollen. In den Vorlesungen geht es zum Beispiel primär darum, Denkräume aufzuzeigen und diese durch digitale Elemente wie Podcasts, Videos etc. anzureichen. In den Seminaren und Übungen arbeiten wir stärker diskursiv, d. h. hier stehen Diskussionen im Vordergrund, bei der wir auch Gastredner:innen oder Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis mit einbinden. Formate wie Round Tables, Foren etc. sind Beispiele hierfür. Erfahrungsräume bieten wir im Rahmen von Labor- und Praxisarbeiten – denken Sie beispielsweise an experimentelle Projekte im Bereich der klinischen Forschung in der Psychologie.

Unsere Potentials wollen wir gezielt fördern – in ihren Ideen und Anregungen. So stellen wir zum Beispiel für Gründer:innen ein ganzheitliches Gründerförderungsprogramm bereit. Es ist aber ebenso möglich, dass besonders geeignete Studierende in Forschungsarbeiten unserer Professor:innen integriert werden und vielleicht sogar zukünftige Wissenschaftliche Mitarbeitende werden und eine Wissenschaftskarriere starten.

Professor in Lehrsituation

„Das gelingt nur mit Menschen, die mit Leidenschaft dabei sind und ihre Leidenschaft an junge Menschen weitergeben möchten. Unsere Wissenschaftler:innen haben also die wunderbare Aufgabe, die Schönheit ihrer Forschung, den Spaß dabei „rüberzubringen“, und hier vielleicht den Funken erzeugen, den es braucht, um Zukunft zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen.”

Prof. Dr. Lilia Waehlert
Gründungspräsidentin der Charlotte Fresenius Hochschule

Sie legen großen Wert auf die Dialog- und Diskursfähigkeit der Studierenden und Dozierenden. Warum sind Ihnen diese Skills so wichtig?
Wo sehen Sie die Charlotte Fresenius Hochschule in fünf Jahren?

Prof. Dr. habil. Lilia Waehlert

ist seit 2012 in unterschiedlichen Funktionen an der Hochschule Fresenius und Carl Remigius Medical School tätig. Von 2018 bis 2021 leitete sie als Prodekanin des Fachbereichs Gesundheit & Soziales den Standort der Hochschule Fresenius in Frankfurt am Main und seit 2019 als Prodekanin der Fachbereiche Wirtschaft & Medien, Gesundheit & Soziales und Design den Standort in Wiesbaden. Seit diesem Jahr leitet sie als Gründungspräsidentin die Charlotte Fresenius Hochschule.

Als Professorin für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Führung & Management, Organisation und Unternehmensethik sowie Gesundheitsökonomie ist die interdisziplinäre Denkhaltung wesentliches Kennzeichen ihrer bisherigen Laufbahn. Im Fokus des Werdegangs steht für sie die fundierte Aus- und Weiterbildung von Nachwuchskräften für die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung in ihren jeweiligen Disziplinen.