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Forschungsprojekte

Auf dieser Seite stellen wir Forschungsprojekte der Professor:innen und wissenschaftlichen Mitarbeitenden der Charlotte Fresenius Hochschule vor. Dazu zählen insbesondere durch Dritte geförderte Forschungsprojekte. Für Fragen zu den Forschungsprojekten, wenden Sie sich bitte direkt an die jeweiligen Projektverantwortlichen.

Deutsch:

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) kennzeichnet sich durch variable Intensität von Emotionen und Beziehungen. Menschen mit BPS können intensive Gefühle von Ärger erleben, die manchmal zu Herausforderungen in sozialen Beziehungen führen können und den Verlauf der psychotherapeutischen Arbeit beeinflussen können. Bislang ist jedoch wenig darüber bekannt, durch welche konkreten Alltagssituationen Ärger und, damit verbunden, erlebte Aggression ausgelöst werden.

Im Rahmen des Projekts LAVA untersuchen wir die Rolle von Ärgerrumination — dem wiederholten Grübeln über Ärger — und den Zusammenhang mit aggressivem Verhalten bei Menschen mit sowie ohne BPS.

Ziel des Projekts ist es daher, entsprechende Prozesse systematisch und umfassend zu erforschen – sowohl im Alltag der Menschen, als auch auf neuronaler Ebene. Mithilfe von Mobile Sensing (Erfassung digitaler Smartphone Daten) und Ecological Momentary Assessment (EMA; regelmäßige Smartphone-basierte Befragungen im Alltag) werden emotionale Zustände und situative Auslöser im realen Leben erfasst. Parallel dazu sollen MRT-Untersuchungen (MRT) Einblicke in die neuronalen Grundlagen von Ärgerrumination, Ärger und Aggression geben.

Durch die Kombination dieser verschiedenen Untersuchungsmethoden wollen wir ein besseres Verständnis für die Entstehung und Aufrechterhaltung von Ärger und aggressivem Verhalten bei Menschen mit und ohne BPS gewinnen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, psychotherapeutische Interventionen gezielter und wirksamer zu gestalten und perspektivisch auch digitale Therapielösungen zu entwickeln, die beim Meistern Ärger auslösender Herausforderungen im Alltag unterstützen.

Englisch:

Borderline Personality Disorder (BPD) is characterized by variable intensity of emotions and relationships. Individuals with BPD may experience intense feelings of anger, which can sometimes lead to challenges in social relationships and impact the progress of psychotherapeutic work. However, little is known about the specific everyday situations that trigger anger and the associated experience of aggression.

Within the LAVA project, we investigate the role of anger rumination — the repetitive thinking about anger — and its connection to aggressive behavior in individuals with and without BPD.

The aim of the project is to systematically and comprehensively explore these processes—both in people’s daily lives and on a neural level. Using Mobile Sensing (the collection of digital smartphone data) and Ecological Momentary Assessment (EMA; regular smartphone-based surveys in everyday life), we capture emotional states and situational triggers in real life. Additionally, MRI (MRI) scans are used to provide insights into the neural underpinnings of anger rumination, anger, and aggression.

By combining these different methodologies, we aim to gain a better understanding of the development and maintenance of anger and aggressive behavior in individuals with and without BPD. The findings are intended to help tailor psychotherapeutic interventions more effectively and, in the long term, to support the development of digital therapy solutions that assist individuals in managing anger-inducing challenges in everyday life.

Principal Investigator (PI):Prof. Dr. habil Ramona Schödel
Gefördert durch:Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit:3 Jahre (02/2025-02/2028)
Mitarbeitende: Janina Diehl (M.Sc.)
Ggf. in Kooperation mit: Julius-Maximilians-Universität Würzburg (Prof. Dr. Katja Bertsch), Universität Heidelberg (Dr. Corinne Neukel, Elias Bopp)
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In dieser Studie befassen wir uns gemeinsam mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Leipzig, dem Jugendamt Leipzig, der Universität Siegen sowie der Medical School Hamburg intensiv mit den Ursachen, Folgen und Interventionsmöglichkeiten bei Kindern, die stressreiche Lebenserfahrungen gemacht haben. Mit dem Leipziger und Münchener individualisierten Kind-Eltern Therapiemodell (LuMiKET), das wir gemeinsam mit der Universität Leipzig entwickelt haben, möchten wir Kindern mit emotionalen Problemen (Ängste, Rückzugsverhalten, Traurigkeit, etc.) und stressreichen Lebenserfahrungen eine spezifische therapeutische Unterstützung anbieten. LuMIKET setzt sich aus bereits gut bewährten Behandlungsmethoden (u.a. tiefenpsychologischer Kindertherapie, Elternarbeit, Videofeedback) zusammen. Die Kurzzeittherapie umfasst 25 Sitzungen à 50 Minuten und zielt darauf ab, die Entwicklungsmöglichkeiten des Kindes und das Miteinander in der Familie zu verbessern. Dabei sollen auch die Symptome, die das Kind belasten, verringert werden. Neben der Behandlung des Kindes wird dabei großer Wert daraufgelegt, die Eltern miteinzubeziehen.

Um die Wirksamkeit von LuMiKET zu überprüfen, werden insgesamt 200 teilnehmende Familien an den Standorten Leipzig und München rekrutiert. Dabei werden Familien, die LuMiKET erhalten, mit einer Kontrollgruppe ohne LuMiKET verglichen. Zudem soll überprüft werden, welche Faktoren in Zusammenhang mit dem Therapieerfolg stehen. Dazu setzen wir spielbasierte Beobachtungen ein, überprüfen körperliche Anzeichen für Stress und sogenannte (epi)genetische Veränderungen.

Principal Investigator (PI):Prof. Dr. Maria Licata-Dandel
Gefördert durch:Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Laufzeit:2019-2025
Mitarbeitende:Michaela Augustin (M.Sc.), Sophie Wenzel (M.Sc.)
In Kooperation mit:Universität Leipzig (Prof. Dr. Kai van Klitzing, Dr. phil. Lars White); Jugendamt Leipzig (Dr. phil. Nicolas Tsapos); Universität Siegen (Ph.D. Tobias Stalder); Medical School Hamburg (Prof. Dr. Nina Alexander)
Logo Bundesministerium für Bildung und Forschung

Klinische Machbarkeitsstudie zur mehrdimensionalen Erfassung von psychischen Störungen, assoziierten Beziehungs- und Entwicklungsstörungen, somatischen Erkrankungen, und psychosozialen Belastungen bei Kindern im Alter von 0-5;11 Jahren.

Die Phase von der Geburt bis zur Einschulung ist durch eine rasche Entwicklungsdynamik gekennzeichnet. Psychische Störungen im Säuglings- und Kleinkindalter werden in den gängigen psychiatrischen Diagnosesystemen, dem ICD-10/-11 und dem DSM-5, nur unzureichend berücksichtigt. Daher wurde im Laufe der letzten Jahrzehnte ein spezielles Klassifikationssystem, die DC:0-5, entwickelt und weiterentwickelt, das sowohl die psychischen Störungen als auch die Entwicklungsstörungen in der frühen Kindheit erfasst. Bislang gibt es nur wenig Forschung zu diesem System. Insbesondere mangelt es an Untersuchungen zur Reliabilität und Validität der neuen oder veränderten Diagnosekriterien.

Ziel der Studie ist die Untersuchung der Validität der DC: 0-5 im Vergleich zu dem in Deutschland gängigen psychiatrischen Klassifikationssystem ICD-10. Zudem sollen die neu eingeführten Störungsbilder (z.B. Beziehungsstörung, Dysregulierte Ärger- und Aggressionsstörung der frühen Kindheit) hinsichtlich Symptomatik, Komorbiditäten und Verlauf beschrieben werden. Ziel des Studienzentrums in München ist die Validierung der Beziehungsachse (Achse-II der DC:0-5) durch eine videographierte Interaktionsanalyse.

Principal Investigator (PI):Prof. Dr. Maria Licata-Dandel
Laufzeit:Datenerhebung bis 03/2025
Mitarbeitende:Jennifer Mrakovits (M.Sc.)
In Kooperation mit:Charité-Universitätsmedizin Berlin Campus Virchow-Klinikum (Koordinator: Prof. Dr. Correll; Dr. Katja Bödeker, Laura Watrin-Avino), Vivantes Klinikum Neukölln (Dr. Yonca Izat, Dr. Juliane Teich-Belohradský), Universitätsklinikum Leipzig (Annick Martin, Dr. Franziska Schlensog-Schuster), Universitätsklinikum des Saarlandes (Prof. Dr. Eva Möhler, Dr. Frank W. Paulus), Universitätsklinikum Münster (Dr. Marius Janssen, Lennart Friese)

Frühkindliche Regulationsprobleme (exzessives Schreien, anhaltende Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen und/oder bei der Nahrungsaufnahme) stellen für Eltern und Kind im Alltag eine enorme familiäre Belastung und Herausforderung dar. Im Verlauf stellen frühkindliche Regulationsprobleme ein Risikofaktor für negative Entwicklungsverläufe dar. Die Qualität der Eltern-Kind-Interaktion stellt sich als ein relevanter psychosozialer Faktor für die Entwicklung psychischer Störungen im Säuglings- und Kleinkindalter heraus. Neuere Untersuchungen heben die Rolle (epi)genetischer Faktoren bei der Entstehung psychischer Störungen hervor, wobei die Rolle (epi)genetischer Faktoren in Bezug auf die Entwicklung psychischer Störungen in den ersten Lebensjahren bislang nur unzureichend erforscht ist.

In der vorliegenden Studie soll untersucht werden, ob das Vorliegen bestimmter (epi)genetischer sowie psychosozialer Faktoren in Zusammenhang mit dem Schweregrad der psychischen Störung bzw. Regulationsproblemen bei Säuglingen und Kleinkindern steht. Darüber hinaus soll überprüft werden, inwiefern (epi)genetische und psychosoziale Faktoren im Kontext frühkindlicher Regulationsprobleme zusammenwirken. Weiter soll der Verlauf der psychischen Auffälligkeit der Kinder im Kindergartenalter durch (epi)genetische und psychosoziale Faktoren untersucht werden.

Principal Investigator (PI):Prof. Dr. Maria Licata-Dandel
Laufzeit:2019 bis 2027
Mitarbeitende:Jennifer Mrakovits (M.Sc.)
In Kooperation mit:Max-Planck-Institut für Psychiatrie (Prof. Dr. Dr. Elisabeth Binder)

The effectiveness of prevention programmes aimed at reducing substance use and abuse is known to depend on the combination of substance, target group, setting, content and concept of the program. In the case of cannabis prevention, where legal regulations recently changed from cannabis being illegal to being partially legalised, these differential effects are expected to change along. This project aims at identifying elements and characteristics which are associated with higher effectiveness of cannabis prevention in a decriminalised context.

A systematic literature search will be conducted to identify effectiveness studies on cannabis prevention in countries and regions where cannabis is decriminalised. Effects will be synthesized in a meta-analysis. Moderating factors such as setting, target group, and conceptual characteristics will be explored. Results will inform developers and providers of cannabis prevention how to adapt existing or new programmes to the changed legal situation in Germany. They will equally be of interest for other counties currently considering decriminalisation.

Lay summary:
Prevention programmes can reduce adolescents’ cannabis use, but only when they fit the respective target group and setting. With cannabis recently having been legalised in Germany, we plan to investigate which approaches in a prevention programme can be expected to work best in this new situation. To this aim, studies from countries which already decriminalised cannabis will be identified and integrated. Results will be valuable to adapt cannabis prevention to the new legal situation.

Principal Investigator (PI):Dr. Elena Gomes de Matos
Gefördert durch:Hetzler Stiftung
Laufzeit:01.10.2024 – 31.1.2026
Mitarbeitende:N. N.

Neuere Studien zeigen, dass Menschen gezielt Aspekte ihrer Persönlichkeit verändern können – etwa emotional stabiler oder geselliger zu werden. Dieses Projekt entwickelt eine neuartige, adaptive Smartphone-Intervention, die gezielt dann Unterstützung bietet, wenn sie am wirkungsvollsten ist. Junge Erwachsene wählen ein Veränderungsziel (emotionale Stabilität, Produktivität oder Geselligkeit) und erhalten auf ihre aktuelle Situation abgestimmte Aktivitätsvorschläge, um typische Gedanken-, Verhaltens- oder Emotionsmuster zu verändern. Ziel ist es, Veränderungen im Alltag nachvollziehbar zu messen und damit neue Erkenntnisse über die ideale Art und den besten Zeitpunkt von Interventionen zu gewinnen. Die Ergebnisse leisten einen innovativen Beitrag zur Weiterentwicklung digitaler psychologischer Interventionen.

Principal Investigator (PI):Prof. Dr. Gabriel Olaru
Gefördert durch:Nederlandse Organisatie voor Wetenschappelijk Onderzoek (NWO)
Laufzeit:05/2025 bis 04/2026
Mitarbeitende:Nikolai Roskinski

Im Rahmen des PCN wird erforscht, was digitale Spuren, die Menschen in ihrem Alltag hinterlassen, über menschliches Verhalten und damit über Persönlichkeitsmerkmale verraten. Wir bedienen uns dabei den Methoden der Datenwissenschaften, wie dem maschinellen Lernen, um neue, ökologisch valide Ansätze für persönlichkeitspsychologische Forschung zu entwickeln.

Das Netzwerk wurde im Mai 2023 von neun NachwuchswissenschaftlerInnen gegründet und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Principal Investigator (PI):Ramona Schödel
Gefördert durch:DFG
Laufzeit:05/2023 – 10/2025
Weiterführende Links:
https://www.personalitycomputing.net
https://gepris-extern.dfg.de/gepris/projekt/516600480?language=en
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